Steiler als der Großglockner? Der Auftakt der OÖ-Radrundfahrt im Selbstversuch

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Steiler als der Großglockner? Der Auftakt der OÖ-Radrundfahrt im Selbstversuch

LINZ. Der Auftakt der Oberösterreich-Tour morgen hat es in sich, wie sich bei einer OÖN-Besichtigungsfahrt herausstellte.

Ein steiles Stück nach Pelmberg

Im Ziel beim Freilichtmuseum gab es auch ein Treffen mit den Steyrer Rad-Assen Freiberger, Hrinkow und Rapp (v. li.). Bild: Reinhard Eisenbauer

Oberösterreich-Tour, Staatsmeisterschaften, Österreich-Rundfahrt und dann noch die Ehrenrunden beim Innenstadt-Kriterium in Wels – im heimischen Radsport geht es in diesen Wochen Schlag auf Schlag.

Die Radrunde durch das Bundesland macht dabei ab morgen den Anfang. Mit der Auftaktetappe von der Linzer Johannes Kepler Universität hinauf nach Pelmberg. Kurz, aber durchaus steil, wie sich die OÖN bei einer Besichtigungsfahrt selbst überzeugen konnten.

Vom Science Park werden die Asse (ab 19 Uhr) wie zuvor schon viele Hunderte mehr oder weniger ambitionierte Hobbyfahrer beim "JKU-Gipfelstürmer" losgeschickt. 12,3 Kilometer klingt erst einmal nicht lange. Doch sogar den ausgekochten Profis ringt es Respekt ab. "Es wird ein gnadenloses Ausscheidungsrennen. Hier wird die Vorentscheidung fallen um den Gesamtsieg. Was du hier verlierst, kannst du dann nur mehr schwer aufholen", sagt der Steyrer Routinier Dominik Hrinkow. Der heuer schon das zehnte Mal auch auf Österreich-Tour gehen wird.

Und uns für die Auffahrt nach Pelmberg mit einem Fahrrad aus der Hrinkow-Schmiede ausgestattet hat. Elektronische Schaltung, Carbon-Rahmen und vieles mehr. Ausreden darf es zumindest in puncto Material keine geben.

Und zugegeben, es ist auch kein Kitzbüheler Horn, das mit seinen extrem steilen Rampen seinesgleichen in Österreich sucht. Auch nicht der Großglockner, der bis zum Fuscher Törl einen nicht enden wollenden K(r)ampf darstellt.

Aber schon vom ersten Meter auf der Altenberger Straße weg bekommt man das Gefühl: Kinderspiel wird es keines. Untermauert auch die Tacho-Anzeige, die schon in der ersten Rampe auf bis zu neun Steigungsprozent hochschnellt. Zwei mehr werden es sogar noch, wie einen wenig später Fotograf und Begleiter Reinhard Eisenbauer wissen lässt. Er gibt das Tempo vor. Und sagt: "Am Donnerstag kurbeln die Besten im 30er-Schnitt hoch."

Tretmühle statt "Notmühle"

Nicht ganz passend der Name des Gasthauses nach etwa einem Drittel der Strecke. "Notmühle" könnte an diesem Tag auch in "Tretmühle" umgewandelt werden. So fühlt es sich nach den ersten Kilometern bei schwülem Wetter an. Doch wie bestellt flacht nach dem Abzweiger linkerhand nach Oberbairing der Anstieg ab. Endlich. Auf die Profis wartet morgen dann erst richtig Schwerstarbeit. "Wer vorher schon abreißen ließ, muss hier mit aller Kraft versuchen, noch einmal nach vorne zu kommen", so Eisenbauer.

Ein schwieriges Unterfangen. Vom Union-Reithof in Pelmberg bis zum Freilichtmuseum wird es noch einmal steil. Dass die bergfesten Favoriten wie Riccardo Zoidl mit ihren 60 Kilos dort leichtfüßig nach oben kurbeln werden, ist klar. Doch auch den weitaus schwereren Redakteur packt wenige Meter vor dem Ziel der Übermut. Als würde es um den Etappentriumph gehen, wird nach oben gespurtet.

Auch wenn wir nur 555 der insgesamt 7420 Höhenmeter dieser OÖ-Tour gefahren sind. Der Gipfelsieg ist ein schönes Gefühl. Aber die Auffahrt stellt morgen nicht das Problem dar. Hart macht sie erst das Tempo der Fahrer.

9. Oberösterreich-Tour

 

Morgen, 1. Etappe (12,3 km/555 Höhenmeter): JKU Science Park Linz (Start 19 Uhr) zum Freilichtmuseum Pelmberg (Zielankunft etwa 19.30 Uhr)

Freitag, 2. Etappe (154,1 km/2370 Hm): Max-Center Wels (12 Uhr) zum Stelzhamerplatz Ried/Innkreis (ca. 15.45 Uhr)

Samstag, 3. Etappe (142,1 km/2300 Hm): Intersport Stöcker Eferding (11.35 Uhr) zum Gemeindeamt Ulrichsberg (ca. 15 Uhr)

Sonntag, 4. und letzte Etappe (136,9 km/2200 Hm): Spinnerei Traun (11 Uhr) zum Kirchenplatz Ternberg (ca. 14.20 Uhr)