Kommt der „Fed-Express“ ins Rollen?

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Kommt der „Fed-Express“ ins Rollen?

STUTTGART. Was für den elfmaligen Gewinner der French Open, Rafael Nadal, Paris ist, ist für Roger Federer Wimbledon. Der Schweizer feiert heute beim Turnier in Stuttgart sein Comeback

Roger Federer Bild: Reuters

Achtmal hat der 36-jährige Schweizer das prestigeträchtige Rasen-Grand-Slam-Turnier für sich entschieden, ab 2. Juli macht der Weltranglistenzweite in London Jagd auf seinen neunten Titel. Nachdem der "Fed-Express" die komplette Sandplatzsaison ausgelassen hat, gibt er heute beim ATP-Tennis-Turnier in Stuttgart ein viel beachtetes Comeback.

Seit 24. März hat Federer pausiert, aber ordentlich trainiert: "Ich fühle mich ausgezeichnet, aber ich war einige Monate weg, komme aus einem Kaltstart. Das ist nicht einfach", erläuterte der Eidgenosse, der auf den Deutschen Mischa Zverev trifft.

Das Feuer in "König Roger" lodert noch. Jener Mann, der am Montag wieder Nummer eins sein würde, sollte er in Stuttgart das Finale erreichen, ist hungrig. Und das, obwohl sich Federer in seinem bereits 21. Profijahr befindet.

"Das Ende ist sicher näher als jemals zuvor. Ich weiß immer noch nicht, wann es vorbei ist", sagte Federer: "Aber wenn es vorbei ist, habe ich das Gefühl, dass das Leben auch lustig und interessant sein kann – vor allem mit den Kindern." Federer ist zweifacher Zwillingsvater.

In den vergangenen elf Wochen trainierte Federer in der Schweiz und in Dubai, für seine Stiftung reiste er nach Afrika. "Es hat mir gut getan. Die Ferien waren wunderbar", lächelt Roger, der keine Ambitionen hatte, Nadal auf Sandplatz zu ärgern: "Es ist für mich nicht die größte Herausforderung, ihn in Paris zu schlagen. Für mich bleibt der Wimbledonsieg das Nonplusultra auf der Tour."

Mit 20 Grand-Slam-Erfolgen ist der Basler der Spitzenreiter – gefolgt von Nadal, der 17 Trophäen geholt hat. Der 32-jährige Mallorquiner könnte Federer noch überflügeln, auf seiner "To-do-Liste" steht das aber nicht: "Man kann nicht frustriert sein, wenn jemand ein größeres Haus hat. Oder mehr Geld. Oder mehr Grand Slams. Mit so einem Gefühl kann man nicht leben", betonte Nadal. (alex)