Gewerkschafter wollen keine „Schweinereien“

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Gewerkschafter wollen keine „Schweinereien“

WIEN. Gestern Abend begann der Bundeskongress des Gewerkschaftsbundes (ÖGB) im Wiener Austria Center. Am Donnerstag soll Wolfgang Katzian als Nachfolger von Erich Foglar zum ÖGB-Präsidenten gewählt werden.

Gewerkschafter wollen keine "Schweinereien"

Rainer Wimmer, seit gestern Chef der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) Bild: Weihbold

Auf Katzian als Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) folgte schon gestern der Oberösterreicher Rainer Wimmer.

Vor seiner Wahl hatte sich Wimmer moderat kämpferisch gegenüber der schwarz-blauen Koalition gezeigt: "Zwei Drittel des Regierungsprogramms richten sich gegen Arbeitnehmer, Lehrlinge und Pensionisten." Kampfmaßnahmen werde es nicht gleich geben, aber er kündigte Widerstand gegen geplante "Schweinereien" an. Der Chef der Produktionsgewerkschaft prangerte beispielsweise den Zwölf-Stunden-Tag ohne Einbindung der Belegschaftsvertretung an.

FCG-Plädoyer für Sozialpartner

Der Vorsitzende der schwarzen Christgewerkschafter (FCG), Norbert Schnedl, hielt ein Plädoyer für die Sozialpartnerschaft, die bei der VP/FP-Regierung in der Kritik steht. "Wollen wir sozialen Frieden erhalten, müssen wir den sozialpartnerschaftlichen Dialog intensivieren", sagte Schnedl, der als FCG-Chef wiedergewählt wurde. Er erteilte Bestrebungen, die Selbstverwaltung in der Sozialversicherung zu beschneiden, eine Absage. Auch sprach sich der Beamtengewerkschafts-Chef gegen eine Kürzung der Arbeiterkammer-Beiträge aus.

Auch VP-Politiker waren zu Gast. Kanzleramtsminister Gernot Blümel sagte, man wolle "Ungerechtigkeiten" beseitigen. "Das Problem ist, viele arbeiten rund um die Uhr, haben dann aber am Ende nicht viel mehr als die, die von Transferleistungen leben."

Klubobmann August Wöginger stellte in Aussicht, dass man das "ambitionierte Programm" bei der Sozialversicherung so umsetzen werde, dass die AUVA "als fünfter Träger erhalten werden kann".