Faßmann ließ sich von Israels Innovationskraft inspirieren

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Faßmann ließ sich von Israels Innovationskraft inspirieren

JERUSALEM. Das Weizmann-Institut ist Vorbild für die österreichische Exzellenz-Forschung in Klosterneuburg.

Faßmann ließ sich von Israels Innovationskraft inspirieren

Österreichs Bildungsminister Heinz Faßmann und Israels Wissenschaftsminister Ofir Akunis unterzeichneten ein Forschungsabkommen. Bild: Tatic

Israel verweist Österreich nicht nur beim Song Contest auf einen hinteren Platz. Im Bereich Innovation ist es unter den führenden Ländern: Israel investiert rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung in Forschung, Österreich 3,2 Prozent. Das Land verfügt über wenig Rohstoffe, das Bevölkerungswachstum ist hoch, die Sicherheit gefährdet. Entsprechend wird in Bewässerungstechnologien, Cybersicherheit und IT investiert.

Der Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann in Israel diente nicht nur politischen Gesprächen. Faßmann besuchte Forschungsinstitutionen, unterhielt sich mit Integrationsexperten, schloss Kooperationen. "Was mir in Israel gefällt, ist das starke Commitment für Wissenschaft und Forschung als Teil der Zukunftsgestaltung", sagte er.

Zum Abschluss der viertägigen Reise besuchte Faßmann am Dienstag das Weizmann Institute of Science, das eine der führenden Forschungseinrichtungen der Welt ist. 1934 gegründet, wird an fünf Fakultäten in den Naturwissenschaften geforscht.

Es ist Vorbild für Österreichs Exzellenz-Institut IST in Klosterneuburg. "Wir geben allen die akademische Freiheit. Wenn jemand exzellent ist, wird er auch exzellente Arbeit leisten", sagt Mudi Sheves, Vizepräsident für Technik am Weizmann-Institut. Es gehe um die Person, nicht das Projekt. Bereits drei Nobelpreise wurden an Weizmann-Forscher verliehen.

"Auch wir suchen uns die Besten der Besten aus. Von 1300 Bewerbungen werden vier, fünf Personen ausgewählt", berichtet IST-Geschäftsführer Georg Schneider. Sein Budget ist mit derzeit 60 Millionen Euro im Jahr bescheiden, das israelische Pendant verfügt über 355 Millionen Euro.

Zwei österreichische Doktoranden arbeiten am Weizmann-Institut: Genforscher Martin Mikl und Biotechnologe Thomas Vogl. Die Post-Docs erhalten rund 2300 Euro für ihre Arbeit. Sie suchen unter anderem nach Heilmethoden für Erkrankungen wie Morbus Crohn.

Am Vortag hatte Österreich das im Jahr 2000 eingestellte Forschungsabkommen mit Israel wiederbelebt. Der akademische Austausch zwischen beiden Ländern ist aber überschaubar. Die Sicherheitslage in Israel macht das Land für österreichische Studenten oft weniger attraktiv. Etwa 35 Studenten der Hebrew University kamen für Deutschkurse nach Wien.

Gut angenommen wird hingegen ein anderes Bildungsprogramm. Rund 700 österreichische Lehrer bildeten sich in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem fort, 126 davon aus Oberösterreich. Das Programm wurde nun verlängert.