Der Lachmuskeltrainer

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Von Petra Paterno

  • Volksschauspieler Heinz Petters ist im Alter von 85 Jahren gestorben.

Heinz Petters on stage: in "Blickwechsel" (2007) am Volkstheater.
Heinz Petters on stage: in „Blickwechsel“ (2007) am Volkstheater.© apa/Jäger
Heinz Petters on stage: in „Blickwechsel“ (2007) am Volkstheater.© apa/Jäger

Wien. 1964 wurde Heinz Petters am Wiener Volkstheater engagiert. 50 Jahre lang blieb die Bühne am Weghuberpark seine künstlerische Heimat. In diesen fünf Dekaden bewies der sympathische Akteur mit dem markanten Riechorgan, dass er ein großer Charakterdarsteller und vor allem ein Komödiant erster Güte war.

In den 1960er und 1970er Jahren kam es am Volkstheater zu einer veritablen Nestroy-Renaissance. Unter Intendant Gustav Manker wurde ein neuer Spielstil etabliert: Ohne biedermeierlichen Zierrat wurde scharf auf Pointe und Sprachwitz hin gespielt. Diese künstlerische Neupositionierung wäre ohne Akteure wie Heinz Petters, Kurt Sowinetz (1928-1991), Fritz Muliar (1919-2009) oder Hilde Sochor (1924-2017) nicht möglich gewesen. Das Volkstheater gastierte damals in ganz Deutschland und Petters gehörte zu den wichtigsten Nestroy-Protagonisten dieser Ära. Es ging um „wahrhaftiges Theater ohne verlogene Eitelkeiten“, erinnerte sich Petters einmal an die Zusammenarbeit mit Gustav Manker.

Alles lacht
Der Weg zur Bühne verlief für Petters indes alles andere als geradlinig. Am 9. Juli 1932 in Graz geboren, besuchte er zunächst die Kunstgewerbeschule für Keramik und Kleinplastik, nahm daneben aber auch Ballett- und Schauspielunterricht. Seine Bühnenlaufbahn begann als Tänzer, später Operettenbuffo und schließlich Schauspieler. Nach ersten Engagements an Provinzbühnen, zog es ihn 1957 nach Paris, wo er beim damals bekannten Choreografen und Tänzer Don Lurio Unterricht nahm.

1960 kam Petters dann ans Wiener Simpl, unter Karl Farkas damals eine Kaderschmiede für Komiker, siehe: Maxi Böhm und Ossy Kolmann.

Nicht nur am Theater, in mehr als 100 Film- und Fernsehrollen brachte Petters es zu breiter Bekanntheit. Von „Ein echter Wiener geht nicht unter“ und „Ringstraßenpalais“ bis hin zur „Piefke-Saga“ und Franz Antels „Bockerer“-Filmen prägte der Akteur das heimische Filmschaffen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist der beliebte Volksschauspieler bereits am 6. Februar im Alter von 85 Jahren verstorben und im kleinen Kreise beerdigt worden.

„Wien hat einen großen Mimen verloren“, zeigte sich Volkstheater-Intendantin Anna Badora betroffen von der Todesnachricht. „Ich habe Heinz Petters schon in meiner Studienzeit im Volkstheater gesehen und sein Temperament, seine Wiener Gosch’n, seine Fähigkeit, direkt auf die Lachmuskeln der Zuschauer zu zielen, haben mich jedes Mal verblüfft und begeistert. Er war noch nicht richtig auf der Bühne, und das Publikum lachte schon.“