Was verbindet Kunst und Spitäler?

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  • Kunst- und Kulturverbände präsentieren Forderungen an die Regierung.

"Es weht ein neoliberaler Geist", so Gerhard Ruiss. - © apa/H. Punz

„Es weht ein neoliberaler Geist“, so Gerhard Ruiss.
© apa/H. Punz

„Wir eröffnen den Dialog“, sagte Gerhard Ruiss, Geschäftsführer der IG Autorinnen Autoren bei einer Pressekonferenz in Wien. Vertreter von zehn Interessensverbänden heimischer Künstler haben dabei eine Art „Regierungsprogramm der Kunst- und Kulturschaffenden“ vorgestellt.

Mit der Aktion strebe man auch einen Termin bei Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) und anderen zuständigen Ministern an. Vor allem stoßen sich die Interessensvertreter an der fehlenden Auseinandersetzung mit der prekären sozialen Lage von Künstlern.

„Uns stört, dass wir als Bittsteller hingestellt werden, die subventioniert werden müssen, weil sie es sonst nicht schaffen“, sagte Peter Paul Skrepek von der Musikergilde. „Es geht nicht darum, dass Kunst und Kultur subventioniert werden müssen. Sie müssen finanziert werden, wie etwa das Spitalwesen auch.“

Ruiss sieht im Regierungsprogramm „nicht ein Mehr an Möglichkeiten, sondern ein Mehr an Kontrollmöglichkeiten“. Sein Fazit: „Es weht ein neoliberaler Geist.“

Dass Kunst und Kultur eine Querschnittsmaterie ist, wurde in vielen Wortmeldungen deutlich. So hält etwa Fabian Eder vom Dachverband der österreichischen Filmschaffenden den geplanten Wegfall der Notstandshilfe für besonders gefährlich in einem Bereich „extrem hoher Armutsgefährdung“ wie der Filmbranche. Ulrike Kuner von der IG Freie Theaterarbeit monierte, dass die darstellende Kunst außerhalb der Bundestheater keine Erwähnung im Regierungsprogramm finde,

Künstler hätten mit der Regierung als Gesetzgeber und Fördergeber zu tun, so Ruiss abschließend. „Wir haben uns positioniert. Aber wir haben erst begonnen. Sie werden wieder von uns hören.“