Snowboard: Dujmovits nach „Traumfinale“ Zweite

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Snowboard: Dujmovits nach „Traumfinale“ Zweite

LACKENHOF. Der Snowboard-Heimweltcup in Lackenhof hat zwei Podestplätze für Österreich gebracht. Julia Dujmovits musste sich am Freitag im Parallel-Riesentorlauf (PGS) erst im „Traumfinale“ der überragenden Tschechin Ester Ledecka geschlagen geben und wurde Zweite, bei den Herren belegte Alexander Payer Platz drei.

v.l. Landeshauptfrau Johanna Mikl- Leitner (ÖVP), Julia Dujmovits (2. Platz, AUT), Siegerin Ester Ledecka (CZE), Ladina Jenny (3. Platz, SUI) Bild: APA

Benjamin Karl scheiterte beim Comeback nach Verletzung hauchdünn in der Qualifikation.

War für Payer Rang drei eine Bestätigung für den Sieg in Cortina, sprach Dujmovits vier Wochen vor Olympiabeginn von einer Art "Befreiung". "Mir fällt ein bissl ein Stein vom Herzen. Mein Saisonstart war nicht so optimal. Ich habe die letzten Monate aber viel an mir gearbeitet, jetzt steht ein Top-Ergebnis auf der Liste", freute sich die Burgenländerin, die 2014 in Sotschi Gold im Slalom geholt hatte.

Dieser Bewerb steht in Korea nicht mehr auf dem Programm. Deshalb hat sich die 30-Jährige sogar ein eigenes Olympia-Board für den PGS in Bokwang bauen lassen. Auf genau diesem Brett carvte sie in Lackenhof auf Platz zwei, bezog die einzige Niederlage im Finale gegen Ledecka.

"Auch sie ist schlagbar", beharrte Dujmovits, die alle ihre Läufe auf dem schnelleren gelben Kurs gewonnen hatte und erst von Ledecka auf dem trotz leichter Tore-Korrektur gegenüber der Quali doch etwas langsameren, roten Kurs gezwungen worden war. "Ester kann es sich als Quali-Schnellste immer bis zum Schluss aussuchen. Ziel muss also sein, in der Quali stärker zu sein", erklärte Dujmovits.

Ledecka war auch bei ihrem dritten PGS-Saisonsieg eine Klasse für sich. Im Finale fertigte das auf einem 1,85er-Herrenboard fahrende Multitalent aus Prag, das auch im Ski-Weltcup startet, bis auf Dujmovits alle Konkurrentinnen um über zwei Sekunden ab. Die Österreicherin kam wenigstens auf 1,13 Sek. heran.

"Es hat richtig Spaß gemacht. Ich fühle mich derzeit einfach so gut und ich hoffe, das bleibt so", sagte Ledecka. Sie fährt nun Europacup in Innerkrems und startet dann beim Ski-Weltcup in Bad Kleinkirchheim.

Bei den Herren war der Vormittag vom knappen Aus für Benjamin Karl in der Qualifikation geprägt. Nur vier Wochen nach seiner schweren Fußverletzung scheiterte der Niederösterreicher beim Comeback hauchdünn als 17. und um nur 18/100 am 16er-Finale.

Karl fand sich danach trotzdem im Zielraum "seines" Weltcups ein und wurde u.a. von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Sport-Landesrätin Petra Bohuslav getröstet. Außerdem wird Karl im Sommer zum zweiten Mal Vater. Der vierfache Weltmeister will dem verletzten Fuß nun eine Pause gönnen und die letzten zwei Rennen in Rogla nützen, um sich für die Spiele zu qualifizieren.

Andreas Prommegger scheiterte schon in Runde eins, allerdings ist der aktuelle Doppel-Weltmeister schon die ganze Saison von einem Leistenbruch gehandicapt. "Snowboarden ist kein Problem. Ich hoffe es geht sich ohne Operation aus", sagte der Salzburger.

Der Steirer Sebastian Kislinger wurde Achter, stärkster ÖSV-Fahrer ist derzeit aber ganz klar Alexander Payer. "Es könnte schlechter sein. Ich habe mich im GS konstant entwickelt", bestätigte der Kärntner. "Im Halbfinale habe ich die Linie ein bissl zu rund angesetzt und bin zu viele Meter gefahren", erklärte er den Lauf gegen den Schweizer Nevin Galmarini, der sich später im Finale gegen den Slowenen Rok Marguc mit dem knappest möglichen Vorsprung von einer Hundertstelsekunde durchsetzte.

Am Samstag folgt für Payer und Co der Start im Mixed-Teambewerb, Payer fährt mit seiner Freundin Sabine Schöffmann. "Da haben wir das Potenzial, das auch zu gewinnen", ist Payer überzeugt.

Auch ÖSV-Snowboard-Chef Christian Galler war zufrieden. "Zwei Podestplätze bei Heimrennen sind immer ein Traum, auch die Mannschaftsleistung war sehr in Ordnung", meinte Galler. "Alle Nationen sind vor Olympia schon top vorbereitet, wir gehören dazu. Wir haben ein starkes Team und wenn Julia alle vier Jahre so abliefert, bin ich zufrieden."