Vokalakrobat

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  • Jazz-Pionier Jon Hendricks mit 96 Jahren verstorben.


© Tony Dejak/ap
© Tony Dejak/ap

New York. Al Jarreau hat ihn bewundert, Bobby McFerrin war sein Schüler: Hendricks gilt als eine der ersten wichtigen Stimmen des Jazzgesangs. Der Spezialist für Hochgeschwindigkeits-Vokalakrobatik schrieb geistreiche Liedtexte für instrumentale Jazznummern und wurde in den 1950er Jahren gemeinsam mit Dave Lambert und Annie Ross für das Sensations-Debüt „Sing A Song Of Basie“ (1957) bekannt. Nur von einer Rhythmusgruppe begleitet, nahm das Trio Lambert, Hendricks & Ross Nummern des Count Basie Orchestra auf und vervielfachte seine Stimmen mittels der Overdub-Technik.

Die Karriere des am 16. September 1921 in Newark (New Jersey) geborene Pastorensohns hatte in Toledo (Ohio) begonnen, wo Hendricks aufwuchs und Spirituals in der Kirche sang. Hendricks diente während des Zweiten Weltkriegs in der Armee und nahm an der Landung in der Normandie am 12. Juni 1944 teil.

Nach seiner Rückkehr begann er sein musikalisches Abenteuer in New York. Mitte der 1960er Jahre startete Hendricks seine Solo-Karriere. Der Vokalartist trat mehrmals in Österreich auf, unter anderem beim Salzburger Jazzherbst, im Wiener Konzerthaus oder dem Jazz Fest in Wien.

Der einflussreiche Jazzsänger und Komponist ist am Mittwoch in New York im Alter von 96 Jahren verstorben.