Reguläres Insolvenzverfahren für Air Berlin eröffnet

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Reguläres Insolvenzverfahren für Air Berlin eröffnet

BERLIN. Insolvenzantrag war am 15. August, inzwischen ist die Fluglinie zerschlagen – letzter Flieger kam heim.

Reguläres Insolvenzverfahren für Air Berlin eröffnet

Warten in Berlin auf neue Farben Bild: APA/Ralf Hirschberger

Für die deutsche Fluggesellschaft und Niki-Mutter Air Berlin ist am Mittwoch das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Dies teilte das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg mit.

Die Gläubiger können nun ihre Forderungen schriftlich bis 1. Februar 2018 beim Sachwalter anmelden. Das Gericht bestellte den Berliner Rechtsanwalt Lucas Flöther. Er hatte diese Funktion bereits nach dem Insolvenzantrag vom 15. August übernommen. Anders als in Österreich dauert es zwischen Insolvenzantrag und -eröffnung in Deutschland oft Monate, in denen die Verwertung vorangetrieben wird. Air Berlin wies zuletzt rund 1,5 Milliarden Euro an Schulden aus. Die Gläubigerversammlung findet am 24. Jänner in Berlin statt.

Formal handelt es sich um drei Insolvenzverfahren – für die Aktiengesellschaft britischen Rechts, Air Berlin PLC, für die Kommanditgesellschaft Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG sowie für die Tochter Air Berlin Technik GmbH. Der Flugbetrieb ist seit Freitag vergangener Woche eingestellt. Ein Flugzeug stand zuletzt noch in Island, weil es dort wegen nicht bezahlter Rechnungen nicht starten durfte. Der Streit wurde am Mittwoch beigelegt, die Maschine sollte nach Angaben von Air Berlin noch am selben Tag zurück nach Berlin-Schönefeld fliegen.

Die AUA-Mutter Lufthansa hat die Übernahme von 81 Fliegern samt Flugrechten zur kartellrechtlichen Überprüfung in Brüssel angemeldet. Die Unterlagen seien am Dienstag bei der EU-Kommission eingereicht worden, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. Man rechne noch im Dezember mit einer Entscheidung.

Air Berlin hatte 8000 Beschäftigte. 3000 davon könnten beim Lufthansa-Konzern unterkommen, bis zu 1000 beim britischen Konkurrenten Easyjet. Für Verwaltungsmitarbeiter gibt es eine Transfergesellschaft für 1128 Beschäftigte.