Reha statt Kristall-Kugel: Ski-Weltcup ohne Fenninger

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SÖLDEN / LINZ. Schwere Knieverletzungen: Anna Fenninger verpasst nach ihrem gestrigen Trainingssturz den ganzen Ski-Winter.

Reha statt Kristall-Kugel: Ski-Weltcup ohne Fenninger

Bild: APA/EPA/PONTUS LUNDAHL

"Es war ein unglücklicher Sturz, aber keine außergewöhnliche Geschichte, solche Stürze passieren immer wieder." Was in der Beschreibung von Meinhard Tatschl, dem Trainer von Anna Fenninger, so harmlos klingt, hatte für die Weltcup-Siegerin gestern fatale Konsequenzen. Nach dem "unglücklichen Sturz" beim Training auf dem Rettenbachferner in Sölden ist für die 26-jährige Salzburgerin die Saison 2015/2016 schon vorbei, ehe sie begonnen hat.

Fenninger zog sich Risse des vorderen Kreuzbandes, des inneren Seitenbandes und der Patellasehne im rechten Knie zu. Sie wurde noch gestern in Hochrum bei Innsbruck operiert. Nicht nur im österreichischen Skiteam ist die Betroffenheit groß.

"Liebe Anna, ich weiß, wie sich das anfühlt, und es tut mir sehr leid. Ich wünsche dir eine gute, schnelle Besserung! Wir brauchen dich im Weltcup!" Diese Facebook-Mitteilung von einer, was Verletzungen betrifft, leidgeprüften Tina Weirather war nur eine von vielen Reaktionen auf das große Pech von Fenninger, die zuletzt aufgrund von Knieproblemen eine Trainingspause einlegen hat müssen. Für den Saisonstart am Samstag mit dem Riesentorlauf in Sölden hatte sie aber grünes Licht gegeben.

Im gestrigen Training hatte dann ein kleiner Fehler große Auswirkungen. "Die Piste war perfekt, nicht unruhig, nicht schlagig. Sie ist auf dem Innenski am Schuh ausgerutscht, leider hat es ihr den Fuß gefangen", sagt ihr Trainer Meinhard Tatschl, der zunächst an ein Glück im Unglück dachte. "Das Knie hat geschmerzt, aber am Anfang hat sie gedacht, es wäre nicht so viel passiert." Da war wohl der Schock größer als die Schmerzen, die aber später immer ärger wurden.

Fenninger wurde mit dem Hubschrauber nach Innsbruck geflogen, dort wurden dann die schlimmsten Befürchtung wahr: Die Verletzungen sind schwer, die Saison ist vorbei.

"Das ist fast das Schlimmste"

Geschockt von der schweren Verletzung Fenningers zeigte sich auch ÖSV-Sportdirektor Hans Pum. "Vor allem tut mir das sehr, sehr leid für die Anna, es kommt leider immer wieder vor, dass ein harmloser Sturz schlimme Folgen hat." Für das ÖSV-Team sei es "fast das Schlimmste, was passieren kann". Pum: "Anna war über Jahre unser Zugpferd, jetzt haben wichtige Leistungsträger aufgehört und wir hätten sie besonders dringend gebraucht." Dass sich der Schock auf Fenningers Teamkolleginnen übertragen könnte, glaubt der ÖSV-Sportdirektor nicht. "Viele haben schon ähnliche Verletzungen hinter sich. Die wissen, so etwas gehört zum Geschäft."