Diese Lilie verwelkt nie

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DARMSTADT. Das Fußball-Wunder Darmstadt: Vor zwei Jahren fast schon in die vierte Liga abgestiegen, jetzt ins Oberhaus durchmarschiert.

Diese Lilie verwelkt nie

Darmstadt feiert den Durchmarsch von Liga drei in die höchste deutsche Spielklasse. Bild: Reuters

Sicher, die TSG Hoffenheim ist mit sattem Budget ausgestattet und angetrieben von „Multi“ Dietmar Hopp auch einmal von der dritthöchsten Spielklasse in die erste deutsche Fußball-Bundesliga durchmarschiert. Doch das, was in Darmstadt passiert, verdient nur eine Bezeichnung: Es ist ein „Lilien-Wunder“, an das in dieser Form vor zweieinhalb Jahren nie zu denken gewesen wäre. Damals standen die seit 28. Dezember 2012 von Dirk Schuster gecoachten Hessen vor dem Abgrund, soll heißen mit eindreiviertel Beinen in der Regionalliga (4. Kategorie).

Nur durch den Zwangsabstieg der Kickers Offenbach ließ sich der Absturz in die Bedeutungslosigkeit verhindern. Das war gleichzeitig der Impuls für eine Wiedergeburt, die nichts für schwache Nerven war. In der Saison 2013/14 schien der Zug in die 2. Liga nach einer 1:3-Heimpleite im ersten Relegationsduell mit Bielefeld schon abgefahren zu sein. Doch dann drehte sich das Blatt schlagartig. 4:2-Sieg auswärts, Aufstieg und jetzt eine Saison, die das mit 16.500 Fans aus allen Nähten platzende altehrwürdige Stadion am Böllenfalltor in Ekstase versetzte.

Der krönende Abschluss: Der 1:0-Triumph am Sonntag über den FC St. Pauli, der die Rückkehr ins Oberhaus (zuletzt 1982) besiegelte. „Das ist sehr beeindruckend. Wir hätten das auch gerne geschafft, aber in der nächsten Saison greifen wir wieder an“, sagte LASK-Mittelfeldmotor Christopher Drazan.

In Darmstadt ist übrigens auch das Transparent „Ried“ omnipräsent. Das hat aber nichts mit der Innviertler Szene zu tun, sondern das ist ein hessischer Ort, in dem 2010 ein kleiner, aber feiner Fanclub gegründet wurde.

Klar, dass die Feierlaune keine Grenzen kennt. „98“ ist unverwüstlich und plötzlich eine große Nummer. Mit relativ kleinen Mitteln (fünf Millionen für den Profikader). „Das hier sind Helden für die Ewigkeit“, ließ Präsident Klaus Rüdiger Fritsch seinen Emotionen freien Lauf.    (alex)

 

Eibar: Das  traurige „Opfer“ des FC Barcelona

Die Vergangenheit ist nichts wert im Fußball. Einst bekam der SD Eibar als unbeschriebenes Blatt vom FC Barcelona Trikots geschenkt. Aus Dankbarkeit und Verbundenheit teilen sich beiden Klubs seit 1944 ihre Vereinsfarben. Doch davon kann sich der „Underdog“ jetzt nichts mehr kaufen.

Nach nur einem Jahr musste der Aufsteiger wieder in die Segunda Division, obwohl kurz vor Saisonende alle Zeichen auf Klassenerhalt standen. Eibar hatte beim 3:0 gegen Cordoba frühzeitig die Weichen gestellt, zeitgleich war „Barca“ beim Abschiedsspielvon Xavi (er wechselt nach Katar) 2:0 gegen La Coruna voran gelegen. Doch dann schlich sich der Schlendrian ein, die Galizier kamen noch zum 2:2 (67., 76.) und retteten sich bei Punktegleichheit gegenüber Eibar. Die direkten Duelle gaben den Ausschlag.

Zurück in der Primera Division ist Betis Sevilla nach einem 3:0-Heimsieg gegen Alcorcon.